Schulgeschichte der Gemeinschaftsgrundschule Opladen

Im Jahr 1917 wurde die evangelische Volksschule in Opladen unter dem Namen „Hindenburgschule“ gegründet.
Am 01.04.1939 wurde laut Regierungsbeschluss die Gemeinschaftsschule unter dem Namen „Deutsche Schule“ eingeführt. Die Herzogschule wurde allen Kindern der Südstadt zugewiesen, die Grenze verlief an der Bahnhof-/Altstadtstraße.
Während des zweiten Weltkrieges im November 1944 wurden Gebäudeteile der Herzogschule zerstört. Nach Kriegsende wurden behelfsmäßige Reparaturen durchgeführt, so dass ab Oktober 1945 die Aufnahme des zeitweilig ausgegliederten Unterrichts wieder aufgenommen werden konnte.
Zu dieser Zeit wurden teilweise 2400 Kinder in 11 Klassen unterrichtet. Auch im Jahr 1950 wurden noch über 1000 Kinder hier unterrichtet, so dass der Unterricht im Schichtbetrieb stattfinden musste.

Erst der Bau der Städtischen Katholischen Grundschule Hans-Schlehahn-Straße, vormals auch „Neustadtschule“ im Jahre 1952  führte zu einer Entspannung. Diese Schule erhielt am 01.10. 2002, 50 Jahre nach ihrer Einweihung den Namen Erich Kästner Schule, kurz E K S. Seit dem Schuljahr 2008/09 wurde die Erich Kästner Schule auch eine Offene Ganztagsschule (OGS). Sie wurde  bis zur Auflösung im Jahre 2012 als zweizügige Bekenntnisschule geführt, die verschiedene religiöse Rituale besonders gepflegt hat.
Im Jahr 1968, als alle Volksschulen in Grundschulen (Klasse 1 – 4) und Hauptschulen (Klasse 5 – 9) aufgeteilt wurden, erhielt die Herzogschule den offiziellen Namen „Gemeinschafts-grundschule Herzogstraße“.
Durch den großen Zustrom von Gastarbeitern nach Leverkusen in den 70er Jahren wurden für ausländische Kinder „Vorbereitungsklassen“ eingerichtet, in denen diese Kinder Deutsch lernen konnten.
In dieser Zeit setzte die Herzogschule bereits deutliche pädagogische Zeichen: Viele Elemente richteten sich an der Reformpädagogik aus, die Kinder wurden schon frühzeitig mit Offenen Unterrichtsformen konfrontiert und wurden als aktive Mitgestalter ihrer Lernprozesse verstanden.
Etwa seit 1991 unterrichtet die Herzogschule in jahrgangsgemischten Lerngruppen. Diese Unterrichtsform unterstützt das Miteinander der Schüler und Schülerinnen und fördert sowohl die soziale als auch kognitive Lernentwicklung der Kinder.
Seit dem Jahr 2005 unterrichten wir in dem jahrgangsgemischten System 1/2 und 3/4. Die Kinder der Schuleingangsphase arbeiten zusammen in einer Klasse und ebenso die Kinder des 3. und 4. Schuljahrs.
Individuelle Förderung ist sowohl das Schwerpunktthema des neuen Schulgesetzes als auch der Herzogschule .
So hat sich die Herzogschule in Leverkusen Opladen das “individuelle Lernen in der jahrgangsgemischten Schuleingangsphase” zum pädagogischen Schwerpunkt gesetzt. Dabei gehen wir davon aus, dass eine individuelle Förderung für jedes Kind in Klassen mit 26 Schülern und Schülerinnen nur gelingen kann, wenn das individuelle Lernen die Basis der Unterrichtsarbeit bildet. Die Kollegen und Kolleginnen der Herzogschule haben einen Arbeitsplan entwickelt, der den Lernstoff des 1. und 2. Schuljahres lehrplanbezogen in einzelne Unterbereiche aufteilt. Die Schüler und Schülerinnen arbeiten individuell an ihrem Arbeitsplan und können so ihrem Leistungsvermögen entsprechend ihren eigenen Lernprozess gestalten. Leistungshomogene Kleingruppen in Form von Förderbändern bieten darüber hinaus die Möglichkeit, den Kindern eine individuelle Förderung zukommen zu lassen. Diese Förderung betrifft sowohl die leistungsstarken als auch die leistungsschwächeren Kinder. Klare Strukturen, regelmäßige Diagnosen und individuelle Förderpläne unterstützen den Lernprozess. Die konsequente Teamarbeit innerhalb des Kollegiums ist eine notwendige Voraussetzung für das Gelingen dieser Förderung.
Diese Arbeit wurde im Februar 2007 vom Schulministerium mit dem “Gütesiegel individuelle Förderung” ausgezeichnet.
Seit dem Schuljahr 2009 arbeitete die Herzogschule in 6 von 10 Klassen im gebundenen Ganztag und setzt die individuelle Förderung zunehmend in der Zeit von 8:00 bis 16:00 Uhr um.
Im Jahr 2010 wurde die Herzogschule umfangreich saniert und renoviert. Das alte Schulgebäude erhielt somit ein erfrischendes äußeres Erscheinungsbild und kann so eine pädagogisch ansprechende Arbeit in einer angenehmen Atmosphäre umsetzen.
Im Sommer 2012 löste sich die katholische „Erich Kästner Schule“ auf und gehört seitdem zur Herzogschule. Die Schule umfasst seitdem 18 bis 20 Klassen mit etwa 470 Kindern, die nach entsprechender Übergangszeit dann alle jahrgangsgemischt in Klassen 1/2 und 3/4 unterrichtet werden. Sie nutzt jetzt beide Standorte, sowohl die Gebäude an der Herzogstraße als auch die an der Hans-Schlehahn-Straße und wird von der Schulleiterin Friederike Stahl und ihrer Vertreterin Rosi Thiel geleitet.
Im Rahmen der Schulkonferenz vom 27.5.2013 wurde nach ausführlicher Beteiligung aller Mitglieder der Schulgemeinde der neue Name „Gemeinschaftsgrundschule Opladen“ beschlossen. Auch der Rat der Stadt Leverkusen hat sich mit dieser Namensgebung einverstanden erklärt.